



Manchmal braucht es keine Worte. Ein Ton genügt-und etwas in uns beginnt zu lauschen.
Die Handpan öffnet einen Raum jenseits von Leistung und Ziel.
Ihr Klang trägt, umhüllt und erinnert an etwas Ursprüngliches: An Rhythmus ohne Eile, an Präsenz ohne Anspruch. Ich spiele Intuitiv-lauschend, antwortend, im Moment. Manchmal entsteht dadurch ein Dialog zwischen den Tönen.
Jeder Klang entsteht aus dem Augenblick heraus und darf einfach sein. Für mich ist die Handpan ein Weg nach innen. Und vielleicht auch eine Einladung für dich, still zu werden, zu fühlen, dich berühren zu lassen.
Zwischen Ruine und Gegenwart.
Ich wollte schon immer einmal zu diesem Ort.
Hildegard von Bingen war bei mir schon immer ein großes Thema.
Eine Frau, die es geschafft hat, ein eigenes Kloster zu gründen in ihrer Zeit und ihren Weg zu gehen. Das hat mich schon immer beeindruckt. Und ehrlich gesagt: auch ein bisschen ermutigt.
Irgendwann war es soweit, wir sind in unserem Dicken hingefahren.
Ganz unspektakulär eigentlich. Keine große Inszenierung, nur wir und der Weg und dieses Gefühl: Jetzt passt es.
Schon unterwegs wurde es ruhiger. Als würde der Alltag langsam hinten aus dem Fenster fallen.
Der Weg nach oben zur Ruine bietet zwei Möglichkeiten. Den äußeren Weg. Dort lebt die Aussicht. Weite, Landschaft, Blick nach außen hat uns automatisch langsamer gemacht. Und ehrlich gesagt, das war auch ganz gut so.
Und den Meditationsweg. Er führt stiller nach oben und wird von Achtsamkeit begleitet. Schritt für schritt, mehr nach inne angerichtet. Wir sind diesen weg gegangen. Langsam, ohne Eile. Und genau das hat mich gut vorbereitet auf das was auf mich oben wartete.
Oben angekommen war einfach nur Präsenz da. Eine Ruhe, die nicht leer war, sondern wach. Die Ruine stand da ohne etwas zu verlangen. Und genau das war vielleicht das Besondere.
Ich habe gemerkt, dass ich nichts tun muss, um dort zu sein. Nicht verstehen, nicht einordnen, nichts festhalten.
Ich durfte einfach bleiben.
Je nachdem wohin man schaut oder geht, verändert sich die Stimmung. Fast so als würde der Platz sagen: „Schau ruhig nochmal genauer hin. „Ich hab mich hingesetzt und angefangen zu spielen. Leise vorsichtig, mehr aus dem Moment heraus, als aus einem Plan. Der Klang hat sich gut angefühlt und eingefügt. Manchmal haben Vögel geantwortet und manchmal war es einfach Stille. Beides war schön.
Zwischen Hören und Sehen. Irgendwann wollte ich diesen Ort nicht nur hören sondern sehen.
Seine Weite, seine Linien, sein Atmen. So ist die Idee entstanden, ihn mit der Drohne aufzunehmen-nicht als Kulisse, sondern als Mitspieler.
Aus diesen Bildern und dem Klang ist ein Lied gewachsen. Die Aufnahme ist nicht perfekt. der Ton trägt Spuren von wind von Entfernung, von Draußen- sein.
Aber vielleicht liegt genau darin etwas Echtes.
Wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, wenn man nicht nach Perfektion sucht, sondern nach Stimmung, dann öffnet sich eine Melodie. eine, die hier entstanden ist. Zwischen Ruine und Gegenwart.
„Hier entsteht etwas Neues“

